Miriam Wessels Faszien, Yoga, Therapie, Yogadancing®, FASZO®, Heilpraktikerin, Sportwissenschaftlerin

WAS SIND FASZIEN?
Einfach gesagt: Faszie ist das verbindende Gewebe im ganzen Körper – Vom Kopf bis zu den Zehen. Sie gibt jeder anderen Struktur einen Rahmen, da sie umhüllt, puffert, stabilisiert, Form gibt und durch flexible Spannungszustände aufrecht und alles an seinem Platz hält. Somit prägt sie das äußere Erscheinungsbild und bestimmt die Leistungsfähigkeit und Lebensqualität.
Denn Faszie ist fest mit der Verfassung eines jeden Menschen verbunden. Und besonders Bewegung nimmt einen großen Einfluss auf ihren Zustand, aber auch Atmung, Ernährung, die psychische Verfassung und ungelöste Einschränkungen sind in diesem Zusammenhang von großer Bedeutung.

Faszien durchziehen und umgeben unseren ganzen Körper in Form eines faszialen Netzwerks ohne Anfang und Ende. Die Bestandteile sind kollagene Fasern für Festigkeit und Stabilität, elastine Fasern für Dehnfähigkeit und Geschmeidigkeit sowie die Grundsubstanz. Sie stabilisiert das Gewebe und schützt es vor Überbelastung und unerwünschten Einwirkungen. Zugleich ermöglicht sie ein Gleiten der Fasern, die Verteilung von Nähstoffen und den Abbau von Abfallprodukten. Die Faszien als Ganzes sind wie ein Flusssystem zu sehen. Nur wenn dieses innere Ökosystem intakt und ausbalanciert ist, kann die Grundsubstanz ungehindert fließen und den Organismus in Schwung und gesund halten. Es bedarf also einer ständigen „Flurbereinigung“, um leistungsstark zu sein und Trainingseffekte optimal umzusetzen.

Bestandteile des faszialen Netzes:
Wissenschaftler fanden vor wenigen Jahren heraus, dass alle faserigen Strukturen Teil des körperweiten faszialen Netzwerkes sind. Dazu gehören Bänder und Sehnen, Organhüllen und Knochenhaut, Muskel- und Muskelfaserhüllen sowie das Bindegewebe.
Trainiert man die Faszien, erreicht man gleichzeitig das lockere Bindegewebe, die straffen Sehnen, die beweglichen Muskeln und fördert die Funktionsfähigkeit der Organe. All-in-one!

Eigenschaften des faszialen Netzes:
Faszien sind darauf gepolt, sich den Anforderungen, die an sie gerichtet werden, anzupassen. Fasziale Strukturen modellieren sich immer wieder neu. Es herrscht ein ständiges Auf-, Ab- und Umgebaue, es wird ununterbrochen verwoben, getrennt, gezogen und gedrückt. Damit hat die Natur die Voraussetzung geschaffen, sich nahezu allen Gegebenheiten anzupassen und überlebensfähig zu sein.
Diese Erkenntnisse verändern den Blick auf den Körper, auf Bewegung und Gesunderhaltung nachhaltig und beeinflussen somit auch Trainingsstrategien und Wege zum sportlichen Erfolg.

Funktionen des faszialen Netzes:
stabile Flexibilität: zieht als omnipräsentes Gewebenetzwerk durch und um unseren Körper: umhüllt, verbindet, stabilisiert, gibt Form, hält uns durch Dehnspannung aufrecht und alles an seinem Platz; durch Faszien wird Bewegung überhaupt erst möglich

sechster Sinn: fungiert als das umfassendste Sinnesorgan des Menschen; z.B. durch Rezeptoren für unser Körper- und Bewegungsgefühl, emotionalen Ausdruck und Schmerzempfinden

schützende Versorger: beherbergt Stoffwechselvorgänge wie die Zellversorgung, „Fresszellen“ des Immunsystems, die Fremdkörper (z.B. Krankheitserreger) umfließen, einschließen und verdauen und „Zellbauarbeiter“ für die Regeneration des Organismus